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10 Jahre "Freunde des Döbelner Theaters"

Uhlig und Egerer wollen nicht am Theater rütteln

Klares Bekenntnis zur Zehn-Jahres-Feier des Fördervereins / Christa Lange wird Ehrenmitglied / 230 000 Euro vom Kulturraum

Landrat Volker Uhlig und Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (beide CDU) haben sich klar zum Döbelner Theater bekannt. Während der Feier zum zehnjährigen Bestehen des Fördervereins „Freunde des Döbelner Theaters“ machten die beiden aber auch deutlich: Die Unterstützung des Fördervereins war und ist für den Erhalt der Döbelner Bühne unerlässlich. Die Vereinsvorsitzende Christa Lange bekam für ihren unermüdlichen Einsatz am Dienstag Abend die Ehrenmitgliedschaft des Theaters verliehen. Die Vereinschefin zeigte sich gerührt. Nein – davon habe sie absolut nichts geahnt. „Es ehrt mich so sehr – aber das Theater macht mich einfach so glücklich, das ist nicht in Geld aufzuwiegen.“ Dr. Christine Klecker, Geschäftsführerin der Mittelsächsischen Kultur GmbH, betonte: „Ohne den Förderverein würde es das Theater in dieser Form nicht mehr geben.“ Nach der Schließung 1992 habe der Verein und vor allem Christa Lange die Landesregierung in die Pflicht genommen.

Landrat Volker Uhlig ging auf die fast 200-jährige Geschichte des Döbelner Theaters ein. „Die Herausforderung ist es, das zu erhalten, was andere in noch viel schlechteren Zeiten am Leben erhalten haben.“ Es gebe eine große Übereinstimmung mit dem Döbelner Oberbürgermeister, dass die Kultur auch in diesen schwierigen finanziellen Jahren bestehen müsse. „Wenn wir es nicht schaffen, unser Theater auch für unsere Enkel fortzuschreiben, dann ist diese Kreisreform das ganze Theater nicht wert.“ Wenn es nicht gelinge, diese Kulturstätte zu erhalten, dann spare man an der Motivation der ohnehin dezimierten nächsten Generation, hier zu bleiben. Es gebe noch keine Anzeichen aus Dresden für massive Kürzungen. „Aber ich rieche schon einen gewissen Brandgeruch.“ Um das Theater „über eine nicht ganz einfache Zeit hinweg zu heben“, sei der Förderverein dringend notwendig, betonte Uhlig.

Christa Lange

bekommt vom Oberbürgermeister Egerer einen Scheck überreicht

Kulturraum gibt 230 000 Euro für die Sanierung

„Der Landrat hat eine Lanze für das Theater gebrochen“, konstatierte Hans-Joachim Egerer. Der Döbelner Oberbürgermeister wollte dem in nichts nachstehen. „Der Stadtrat bekennt sich zum Theater – die Summe ist in den Haushalt eingestellt.“ Egerer betonte, dass der Erhalt ohne die frühere Unterstützung der Stadt Freiberg und des Landkreises Freiberg nicht möglich gewesen wäre. „Ich hoffe, dass die Zeit, die über uns hereinbricht, einigermaßen glimpflich über die Bühne geht.“ Der Stadtchef hatte auch eine gute Nachricht zu verkünden: Der Kulturraum unterstütze die Sanierung von Innenausstattung und Lüftung 2011/2012 mit 230 000 Euro. Auch Egerer überreichte an Christa Lange einen kleinen Scheck.

Die Vorsitzende blickte auf die Geschichte des Vereins seit 1999 zurück (siehe Kasten). Der kurze Draht und die Verbindung zwischen Künstlern und Publikum in Döbeln sei etwas Besonderes. „Das ist einfach nur in einem so schönen und kleinen Theater machbar.“ Christa Lange hofft für die Zukunft auf noch mehr Besucher aus der Umgebung. „Theater muss sein“, sagte die Vorsitzende, „kommen Sie noch mehr ins Theater und urteilen Sie selbst.“

Es sei ungewöhnlich, dass Landrat und Oberbürgermeister zum zehnjährigen Bestehen eines Theater-Fördervereins anwesend seien und dass dieses Fest ein gesellschaftliches Ereignis sei, erklärte Manuel Schöbel, Intendant des Mittelsächsischen Theaters Freiberg-Döbeln. Die Stadt bekenne sich unmissverständlich zu ihrem Theater. „Helfen Sie uns weiter mit Kritik und Ermutigung, damit das Theater lebendig bleibt. Ich hoffe, dieses Theater steht so lange, wie es diese Stadt gibt.“ Das Ensemble werde weiterhin die Erwartungen des Publikums erfüllen, aber auch mit Überraschungen auffallen. Eine dieser Überraschungen gab es im Anschluss. Generalmusikdirektor Jan-Michael Horstmann und Sopranistin Susanne Engelhardt begeisterten mit einem Programm.

» Döbelner Allgemeine Zeitung
Björn Meine, 19.11.2009


Christa Lange wird Theater-Ehrenmitglied

Zehn Jahre ist es nun her, dass sich Freunde des Döbelner Theaters zusammengeschlossen haben, um die Spielstätte zu unterstützen. Gestern haben die Theaterleute ihren Dank an einem besonders engagierten Mitglied des Fördervereins festgemacht. Sie überraschten die Vorsitzende Christa Lange mit der Ehrenmitgliedschaft des Theaters. Dieses Ehre war vorher erst zwei ehemaligen Mitgliedern des Ensembles zuteil geworden. Christa Lange war sichtbar gerührt.

Das Zusammenbringen von Künstlern und Publikum sei eines der Hauptanliegen des Fördervereins, sagte die Vorsitzende. Und natürlich die Erhaltung der Spielstätte. „Wir dürfen nicht zulassen, dass vielleicht irgendwann der Gedanke aufkommt, kleinere Städte brauchen kein Theater.“ Der Förderverein kümmert sich mit Unterstützung von Spendern und Sponsoren um den Nachwuchs, organisiert Kunstausstellungen im Theater, Vorstellungen und Premierenfeiern, schmiert Brötchen fürs Frühstück zur Spielzeiteröffnung und setzt jedes Jahr die Wahl des Publikumslieblings in Szene.

Von Theaterintendant Manuel Schöbel

und Geschäcftsführerin Dr. Christine Klecker wird Christa Lange als Theater-Ehrenmitglied ausgezeichnet.


Auf diese Unterstützung werde des Theater in der nächsten Zeit mehr denn je angewiesen sein, sagte Landrat Volker Uhlig. Die kommenden Jahre werden auch eine finanzielle Herausforderung für Döbeln, den Landkreis Mittelsachsen und die Stadt Freiberg, die Gesellschafter des Theaters sind. Es sei aber erklärter Wille, Kultur in Mittelsachsen weiter vorzuhalten. Wenn dies nicht gelinge, sei die Kreisreform nutzlos, so Uhlig. „Andere habe es geschafft, in schlechteren Zeiten das Theater 200 Jahre lang am Leben zu halten.“

Auch der Döbelner Stadtrat stehe hinter dem Theater, betonte Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer. Im kommenden Jahr seien weitere Investitionen geplant. Mit Fördergeld der EU und des Kulturraums will die Stadt die Sanierung des Theatersaals beginnen.

» Döbelner Anzeiger
Jens Hoyer, 19.11.2009

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