28.09.2010 Türen öffnen und Hände reichen
Türen öffnen und Hände reichen
Mittelsächsisches Theater, Theaterpädagogin und Volkshochschule starten Mehrgenerationen-Projekt im TiB
Döbeln. Das Theater im Bürgerhaus, wie der gläserne Anbau am Döbelner Theater heißt, soll in den nächsten Monaten wirklich zum identitätsstiftenden Haus der Bürger werden. Schüler, Lehrer und alle spielfreudigen Erwachsenen sind eingeladen, selbst Theater zu spielen.
Theaterpädagogin Jacqueline Jentzsch und Monika Groß von der Öffentlichkeitsarbeit des Mittelsächsischen Theaters setzen nun mit Elan ein mit dem Intendanten und der Geschäftsführerin erarbeitetes Konzept zur Vernetzung der Theaterkultur in der Stadt um. Schülertheatergruppen, Lehrer, die Volkshochschule und interessierte Bürger sollen nun vernetzt werden und im und durch das Mittelsächsische Theater eine kreative Plattform sowie Begleitung, Anleitung und Unterstützung erfahren. "Wir wollen Identität stiften, Kreativität anstacheln und das Haus durch Bürgertheater aufwerten", schildert Theaterpädagogin Jacqueline Jentzsch, die seit vier Jahren zahlreiche Schülerprojekte an Schulen leitet und in Freiberg Lehrerweiterbildungen in Sachen Theater durchführt.
"Wir haben neben einer lebendigen Theaterszene am Lessing-Gymnasium engagierte Schülergruppen an der Mittelschule Am Holländer und an der Werkschule Naundorf. Das gilt es zu vernetzen und den Schülern im Theater ein zu Hause zu geben", schildert die junge Frau.

Mit Schwung ans Werk:
Monika Groß, von der Öffentlichkeitsarbeit am Theater, und Theaterpädagogin Jacqueline Jentzsch wollen Schülern, Lehrern und allen Bürgern die Döbelner Theatertüren öffnen und die Hände reichen, um Projekte zu verwirklichen. Foto: T. Sparrer
Nach den Herbstferien am 25. Oktober starten die ersten beiden Schülergruppen mit den Proben. Die "Happy Friends" aus den fünften und sechsten Klassen der Mittelschule Am Holländer befassen sich mit einer eigenen Geschichte. "Die Checker" aus den siebenten und achten Klassen wollen sich an eine postmoderne Version von "Romeo und Julia" heranwagen. Weitere Schulprojekte sollen im TiB noch hinzukommen.
Ab Februar bietet die Pädagogin zudem gemeinsam mit dem Mittelsächsischen Theater und der Volkshochschule eine Lehrerweiterbildung an. Ziel ist es, mit den Lehrern anhand einer eigenen Inszenierung von Besetzung bis Bühnenbild das Rüstzeug für Schülertheater zu erarbeiten. Dazu bringen die Lehrer selbst ein Stück auf die Bühne, das Höhepunkt und Abschluss der Schultheatertage im Juni 2011 in Döbeln sein soll. Als kleinen Vorgeschmack auf das Projekt in den Februarferien sind Lehrer, Erzieher und Sozialarbeiter schon am kommenden Montag zu einem Tageskurs eingeladen. Zwischen 10 und 14 Uhr soll am 4. Oktober im TiB unter dem Titel "Szenische Lesung - selbst gemacht" das Rüstzeug für spannende Lesungen vermittelt werden. Anmeldungen sind bei Jacqueline Jentzsch unter 0160/99 49 05 41 möglich.
Dritte Säule im Projekt Bürgertheater im TiB ist das Mehrgenerationentheater. Volkshochschule, Theater und die Pädagogin bieten interessierten Erwachsenen aus allen Altersgruppen und sozialen Schichten einen Kurs an, um kreative Potenziale zu finden und eine eigene Inszenierung auf die Beine zu bekommen. Dieser Volkshochschulkurs startet am 21. Oktober und findet immer donnerstags 19 bis 21.30 Uhr statt. Informationen und Anmeldungen sind hierfür unter Telefon 03431/67 83 80 bei der Volkshochschule Mittelsachsen, Geschäftstelle Döbeln möglich.
» Döbelner Allgemeine Zeitung
Thomas Sparrer, 28.09.2010


