Spielplan Theater Döbeln Sitemap Haftungsausschluss Impressum

Druckansicht

06.12.2010 Holger Koch stellt im Theater aus

Berühmter zweiter Blick hinter gewohnte Fassaden

Der Maler Holger Koch zeigt seine Kunstwerke im Theater und nennt die Schau "Kleingedrucktes"

"Kleingedrucktes" heißt die neueste Schau mit Werken von Holger Koch, die der "Verein der Freunde des Döbelner Theaters e.V." organisierte, und die am Sonnabend im Vorfeld der Premiere von "Bezahlt wird nicht" eröffnet wurde. Gut drei Dutzend Kunstinteressierte fanden dabei den Weg ins Foyer des Döbelner Theaters und lauschten zur feierlichen Vernissage modernen und barocken Blockflötenklängen, für die einheimische Musikschüler sorgten.
"Kleingedrucktes" - das könnte ein generelles Motto für den Freiberger Künstler sein, der nun damit die Ehre hat, bereits zum zweiten Mal vom kunstsinnigen Verein zu einer Exposition geladen worden zu sein. Denn es ist das Hintergründige, das Kochs Bilder immer wieder kennzeichnet. Ob in einem ungewohnten Detail einer eigentlich bekannten Stadtansicht, ob in witzigen Proportionen - die Kunstwerke des mittelsächsischen Malers zeigen stets den berühmten zweiten Blick hinter gewohnte Fassaden. "Im Kleingedruckten findet man das Wichtige", formuliert es der kleine gedruckte Infozettel, der zur Vernissage zusammen mit der obligatorischen Preisliste im Foyer ausliegt, und in Holger Kochs Gemälden - ob nun aufwändig in Öl oder einfacher als Radierung beziehungsweise Aquarell wird das Wichtige unserer ach so geschäftigen Welt aus einer ungewohnten Perspektive gespiegelt. Derlei Ironie ist nicht nur schön anzusehen, sie macht auch regelrecht Spaß.

Malereien und Grafiken

zeigt der Künstler Holger Koch in den Wandelgängen des Döbelner Theaters. Eröffnet wurde die Ausstellung Sonnabendabend. Foto: J. Kulschewski


Kein geringerer als der Zschopauer Kulturjournalist Reinhold Lindner war trotz Schnee und Eisesglätte nach Döbeln geeilt, um zur Vernissage die Laudatio zu halten - auch das ein Zeichen der Wertschätzung für den Freiberger Maler, der längst zur ersten Regie regionaler Künstler gehört. "Döbeln kann stolz darauf sein, wieder eine Werkschau Holger Kochs zeigen zu können", so das Resümee des Fachmannes. Recht hat er!

» Döbelner Allgemeine Zeitung
06.12.2010

Auch der Döbelner Anzeiger berichtete von der Vernissage:

Theatralisches in Farbe

Vor der Premiere der Komödie „Bezahlt wird nicht“ hatte der Förderverein „Freunde des Döbelner Theaters“ in den Wandelgang des Theaters zur Eröffnung der Ausstellung „Malerei & Arbeiten auf Papier“ des Freiberger Malers und Grafikers Holger Koch eingeladen. Wie der Kulturjournalist und Kunstexperte Reinhold Lindner in seiner Einführung sagte, übersetzt Holger Koch menschliche Wesenszüge und Verhaltensmuster auf Vögel und andere Tiere. Die Bilder haben, passend zum Ort der Ausstellung, etwas Theatralisches. Sie verzaubern, sie maskieren, auf ihnen sind Rollenspiele zu sehen. Holger Koch, so Lindner, sei ein Maler, dem Kunst noch Spaß macht, und das sehe man seinen Bildern an.

Holger Koch

zeigt seine Bilder im im Theater Döbeln. Foto: Dietmar Thomas


So blickt der Besucher auf skurrile vogelartige Wesen, die in der Realität aus statischen Gründen sofort umfallen müssten, auf den Bildern aber etwas Standhaftes haben, und zur Phantasie anregen. Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von Judith Bartel und Josephine Hoffmann, zwei Schülerinnen der Döbelner Musikschule, die einige Stücke von Telemann im wahrsten Sinn des Wortes zum Besten gaben.

Zum Abschluss bedankte sich Reinhold Lindner noch, dass Holger Koch den Gästen der Eröffnung „den Vogel zeigte“ und fügte hinzu: „Wenn Sie noch keinen haben, können Sie sich nun einen zulegen.“

Schließlich ist diese Ausstellung auch eine Verkaufsschau und Holger Koch meint: „Wenn man ein Bild verkauft, fühlt man sich als Künstler gut. Man hat zwar eine kleine Träne im Auge, aber wenn ein Gemälde weg ist, heißt das auch, dass wieder Platz für ein neues ist.“

» Döbelner Anzeiger
07.12.2010